Ohne Nahrung überleben: Wie lange geht das?

Der Mensch brauch Energie, um zu leben und überleben. Diese Energie gewinnt er durch die Nahrungsaufnahme und dem Stoffwechselprozess. Aber wie lange kann man ohne Nahrung überleben, wenn aber Wasser verfügbar ist?

Ein gesunder Mensch mit einem durchschnittlichen Gewicht kann ungefähr 45-70 Tage ohne Nahrung überleben, solange er ausreichend Wasser zu sich nimmt. Dabei spielen folgende Faktoren eine entscheidende Rolle:

  • Je größer die Fettreserven, umso länger kann man überleben
  • Je mehr man sich anstrengt, umso schneller sind die Reserven aufgebraucht
  • Je kälter die Umgebung ist, umso schneller verbrennt man lebensnotwendige Energie und stirbt
  • Hohe Außentemperaturen haben aber wahrscheinlich keinen Einfluss auf den Energieverbrauch, man schwitzt einfach nur sehr viel
  • Je häufiger man Fasten trainiert hat, umso länger kann man überleben

Ohne Nahrung wird man ungefähr 4-5 Wochen lang ohne nennenswerte Beschwerden leben können. Danach treten aber wahrscheinlich neben erheblichem Gewichtsverlust Hautauschläge und Durchfall auf.

Der Körper wird dann nach und nach seine Reserven aufbrauchen: zuerst das Fett-, anschließend das Muskelgewebe.

Manche Studien besagen, dass Verhungern eine schmerzlose Art zu sterben sei. Der Körper gerät kurz vor dem Tod in eine Art Euphorie. Manche Hungernde leiden unter extremer Reizbarkeit, Durchfall, schmerzhaftem Schlucken und Ödemen.

In den meisten Fällen tritt der Tod nach 6-9 Wochen ein, nachdem die Organe nach und nach versagen. Das Herz hört dann einfach auf zu schlagen.

3 Phasen: Ohne Nahrung überleben bis zum Hungertod

Ohne Nahrung überleben: Wie lange geht das?
Bild von engin akyurt auf Pixabay

Die ersten beiden Phasen treten relativ schnell ein, während die letzte nach langer Hungerzeit mit dem Tod endet.

Phase 1

Während der ersten Phase kann der Blutzuckerspiegel durch die Produktion von Glukose aus Proteinen, Glykogen (Vielfachzucker) und Fetten aufrecht erhalten werden.

Zunächst wird Glykogen in Glukose zerlegt. Nur ein minimaler Vorrat an Glykogen wird in der Leber für einige Stunden gespeichert. Danach wird der Blutzuckerspiegel durch die Aufspaltung von Fetten und Proteinen aufrechterhalten.

Fette werden in Glycerin und Fettsäuren zerlegt. Fettsäuren können als Energiequelle verwendet werden, insbesondere durch den Skelettmuskel. So wird sicherstellt, dass Glukose möglichst nur vom Gehirn verbraucht wird – und nicht vom Muskelgewebe.

Glycerin kann verwendet werden, um eine kleine Menge an Glukose herzustellen. Allerdings wird der größte Teil der Glukose aus den Aminosäuren von Proteinen gebildet. Einige Aminosäuren können direkt zur Energiegewinnung verwendet werden.

Phase 2

Die zweiten Phase beginnt nach etwa 1 Woche und kann mehrere Wochen dauern. Währenddessen sind Fette die Hauptenergiequelle.

Die Leber wandelt Fettsäuren in Ketonkörper um, die wiederum als Energiequelle verwendet werden.

Nach etwa einer Woche Nahrungsentzug beginnt das Gehirn, Ketonkörper sowie Glukose als Energiequelle zu verwenden. Für die Herstellung von Glukose werden jene Proteine ​​aufgebraucht, die nicht überlebensnotwendig sind und auf die am ehesten verzichtet werden kann.

Phase 3

Die dritte Phase beginnt, wenn die Fettreserven erschöpft sind und der Körper beginnt, Proteine als Hauptenergiequelle zu nutzen. Die größte Proteinquelle des Körpers sind die Muskeln, die auch schnell erschöpft sind.

Am Ende dieser Phase werden Proteine abgebaut, wodurch die Zellfunktion degeneriert.

Zu den Symptomen des Hungers gehören nun neben dem Gewichtsverlust:

  • Apathie
  • Rückzug
  • Lustlosigkeit
  • Erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten

Nur wenige Menschen sterben direkt an Hunger, weil sie in der Regel zuerst an einer Infektionskrankheit sterben.

Weiteren Anzeichen von Hunger sind:

  • schuppige Haut
  • Veränderungen der Haarfarbe
  • massive Ödeme in den unteren Gliedmaßen und im Bauchraum, wodurch der Unterleib der Person aufgebläht wirkt

Im Laufe des Hungerns nimmt die Fähigkeit ab, größere Nahrungsmengen zu essen.

Wann tritt der Hungertod ein?

Der Hunger verursacht große Schäden am Immunsystem, hauptsächlich aufgrund eines extremen Mangels an Mineralien und Vitaminen.

Manche Menschen werden während des Hungers schwach und sterben an Immunschwäche.

Letzten Endes werden gehen dem Körper die Möglichkeiten aus, denn Fette, Glukose, Muskelmasse und Gewebe sind begrenzte Energiequellen. Das Endstadium des Hungers bringt normalerweise eine von zwei verschiedenen Krankheiten mit sich – Kwashiorkor (Hungerödem) und Marasmus (fortschreitender Verfall der körperlichen und geistigen Kräfte).

Wenn der Tod der Person schließlich eintritt, ist die unmittelbarste Ursache eine Herzrhythmusstörung oder ein Herzinfarkt, der entweder durch extremen Gewebeabbau (durch Autophagie) oder durch schwerwiegende Elektrolytstörungen hervorgerufen wird. Menschen können ohne Nahrung zwischen drei Wochen bis zu siebzig Tagen überleben.

Quellen:

Nahrungsmangel ist nur eine Gefahr, die in der freien Wildbahn auf einen lauern. Was es sonst noch für Gefahren gibt, erfährst du hier.

Menü schließen