Top 5 Lebensgefahren beim Wild-Zelten in Europa

Lebensgefahren beim Zelten werden oft unterschätzt. Denn freies campen kann in manchen Fällen ziemlich ungemütlich werden. Erfahre hier die Top 5 der schrecklichsten Dinge, die dir beim Zelten passieren können. Und was du tun kannst, um im Falles des Falles zu überleben.

Hier findest du die 5 größten Gefahren, die beim Zelten lebensgefährlich werden können:

  1. Waldbrand und Feuer
  2. Begegnung mit gefährlichen Tieren
  3. Wetter
  4. Pflanzen und Beeren
  5. Insekten

1. Lebensgefahren beim Zelten: Waldbrand und Feuer

Lebensgefahren beim Zelten: Waldbrand und Feuer
Bild von skeeze auf Pixabay

Ein gemütliches Lagerfeuer kann schnell zu einer Lebensgefahren beim Zelten werden, wenn man keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat. Dann kann sich das Feuer schnell ausbreiten und außer Kontrolle geraten. Im schlimmsten Fall löst du einen Waldbrand aus, was die Umwelt zerstört und viele Leben gefährdet. Wirst du als Urheber des Feuers entlarvt, drohen dir hohe Bußgelder und Strafen!

Rund 96% aller Waldbrände lassen sich auf vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung durch den Menschen zurückführen. (Quelle)

Wie man in der nachfolgenden Statistik sieht, sind bis April 2019 schon so häufig Waldbrände verursacht worden, wie es im ganze Jahr durchschnittlich normal wäre. Das gilt für Frankreich, Spanien, Rumänien, Großbritannien und einige andere europäische Länder.

Daten: http://effis.jrc.ec.europa.eu/static/effis_stats/

Das gleiche gilt auch für die durch Waldbrände vernichtete Flächen. In Deutschland ist bis zum April 2019 schon eine Fläche von 338 Fußballfelder abgebrannt.

http://effis.jrc.ec.europa.eu/static/effis_stats/

Die Trockenheit in 2018 und anscheinend nun auch im Jahr 2019 erhöht das Risiko für Waldbrände. Sei also vorsichtig mit allem, was Funken sprühen kann.

3 Tipps für ein gefahrloses Lagerfeuer

  • Stelle sicher, dass du dein Feuer in einem sicherem Abstand von deinem Zelt und brennbaren Materialien (z.B. Baumwolle) aufstellst. Zwar bestehen die meisten Zelte aus schwer entflammbaren Material (Polyester), aber das bedeutet nicht, dass sie unzerstörbar sind.
  • Halte brennbare Gegenstände, vor allem trockenes Papier (Zeitungen, Bücher) und Flüssigkeiten (Alkohol), vom Feuer fern und lege große Steine als Feuer-Barriere um dein Feuer herum.
  • Vergewissere dich, dass du da, wo du bist, überhaupt Feuer machen darfst. Besonders in trockenen Perioden warnt der Wetterdienst vor erhöhter Waldbrandgefahr. Während dieser Zeit ist es streng verboten, im Wald, in Waldnähe und auf Wiesen ein offenes Feuer brennen zu lassen.

Folgendes kann einen Waldbrand auslösen

  • Wegwerfen von brennenden Zigaretten
  • (Lager-)feuer im Wald oder Waldrandnähe
  • heiße Katalysatoren von abgestellten PKW und Motorräder
  • Funkenflug von Eisenbahnen
  • Hinterlassen von Müll: Glasscherben oder Blechdosen, die durch Reflektieren und Bündelung der Sonnenenergie Feuer auslösen können. (Jeder kennt den Trick, bei dem mit der Lupe und der gebündelten Sonnenstrahlung ein Feuer entfacht wird.)
  • siehe auch hier.

2. Lebensgefahren beim Zelten: Begegnung mit wilden Tieren

Bären

Lebensgefahren beim Zelten: Begegnung mit wilden Tieren
Bild von NickyPe auf Pixabay

Bären leben in vielen beliebten Campinggegenden in den USA und Kanada, darunter Yosemite, Yellowstone und Banff National Parks.

In Europa findet man – wenn überhaupt – nur noch den Braunbären. In den meisten europäischen Ländern, so wie auch Deutschland, sind die Braunbären bereits ausgestorben.

Wer aber zum Beispiel in Rumänien wildcampen will, muss damit rechnen, auf einen Braunbären zu stoßen. In den Karpaten gibt es mit 7200 Braunbären europaweit die größte Population.

Auch sehr beliebt bei Wild-Campern sind die skandinavischen Ländern – und offensichtlich auch bei den Braunbären.

https://www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/braunbaeren/

Wovon ernähren sich Bären?

Braunbären fressen Gras, Obst, Insekten, Wurzeln und Pflanzenzwiebeln, Aas und bei großem Hunger jagen sie auch kleinere Tiere. Leben Braunbären in Küstennähe, ernähren sich gerne von Fisch, besonders Lachs. Du stehst eher nicht auf der Speisekarte eines Bären, aber er würde dich sicherlich auch fressen, wenn er könnte.

Sei besonders gründlich und gewissenhaft bei der Lagerung von Lebensmitteln. Verstaue deine Essensreste sicher und außer Reichweite und lasse sie auf keinen Fall herum liegen.

In vielen dieser Parks gibt es ausgewiesene Bereiche zum Essen, wo du deine Mahlzeiten einnehmen kannst, ohne Bären an dein Lager zu locken

Minimiere den Gerüche von Lebensmitteln oder Hygieneprodukten (Deo, Cremes). Verwende diese nur im äußersten Notfall.

15 Tipps bei einer Begegnung mit einem (Braun-)Bären

  1. Wenn du einen Bären siehst, erst einmal ruhig bleiben und Abstand halten.
    • Stell dich am besten so hin, dass etwas Großes (Felsen, Baum) zwischen dir und den Bären steht.
    • Mutterbären schützen ihre Jungen und würden angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen. Versuche, nicht in Panik auszubrechen.
    • Sonst verlierst du die Fähigkeit, klar zu denken und verhältst dich instinktiv – und leider dann wie eine Beute, die es zu jagen gilt.
  2. Versuche groß zu erscheinen, zum Beispiel indem du deine Jacke mit ausgestreckten Armen über deinem Kopf ausbreitest.
  3. Lass deinen Rucksack an, denn er wird dich schützen, wenn du dich tot stellen musst.
  4. Vermeide den Augenkontakt, verliere ihn aber nicht aus den Augen.
  5. Es ist nicht genau erwiesen, wie hilfreich oder schädlich es ist, Geräusche zu machen, um den Bären zu vertreiben, daher lass es lieber.
  6. In der Dunkelheit kannst du einen Bären durch Blenden abwehren. Leuchte ihm mit einer möglichst hellen Lampe oder Stirnlampe in die Augen.
  7. Du erkennst einen defensiv Bären daran, dass er flieht oder einen Angriff antäuscht, um einzuschätzen, wie gefährlich du bist.
    • Wie ernst es der Bär mit seinem Angriff meint, erkennst du an seiner Ohrenstellung: Je weiter nach hinten geneigt, umso wahrscheinlicher ist ein tatsächlicher Angriff des Bären.
    • Ein offensiver, also angriffsbereiter Bär würde bei deinen vorgetäuschten Angriffen nicht zurückweichen, sondern nach dir beißen und schlagen. Er droht dir, indem er den Kopf hin und her bewegt, das Gebiss auf und zu macht und dabei mit den Zähnen klappert
  8. Bewege dich langsam, renne nicht. Wenn du rennst, dann weckst du den Jagdinstinkt und der bedeutet: Jagen bis zum Ende. Und ein Bär kann trotz seiner Masse bis zu 64 km/h rennen. (Ein Marathon-Sieger läuft im Schnitt bis zu 20km/h. Nur so, damit du über die Erfolgsaussichten deiner Flucht Bescheid weißt.)
  9. Versteck dich nicht in deinem Zelt. Der Bär ist nicht blöd und wird dich auch dort aufspüren.
  10. Klettere lieber nicht auf einen Baum, denn Bären können es auch.
    • Ein dicker ausgewachsener Bär wird es vielleicht nicht mehr tun, aber er könnte den Baum umschmeißen, wenn dieser zu schwach ist. Wie gesagt: Bären sind nicht dumm.
  11. Halte Stöcke und Pfefferspray bereit für einen eventuellen Angriff, verwende sie aber nur, wenn der Bär wirklich angreift, nicht nur antäuscht. Denke dran, dich mit dem Gebrauch des Pfeffersprays vorher vertraut zu machen und halte es stets griffbereit. Möglicherweise wirst du den Bären noch wütender und aggressiver machen. Wenn der Bär also im ersten Moment vom Pfefferspray getroffen und schmerzgepeinigt ist, nutze den Augenblick zur Flucht, warte nicht ab, was er tut. Wenn du kein Pfefferspray hast, kann auch Insektenspray helfen, Hauptsache es brennt in den Augen.
  12. Wenn der Bär angreift: bleib still stehen, weiche nicht zurück. Das wird den Bären irritieren und eventuell verliert er das Interesse an dir.
  13. Bei Braunbären kann es helfen, sich tot zu stellen, nicht aber bei Schwarzbären oder Eisbären (dann wirst du gefressen).
    • Spreize die Beine, um nicht so leicht umgeworfen zu werden, verschränke deine Hände über deinen Nacken, halte deine Ellenbogen vors Gesicht.
    • Wenn der Bär an dir herum zerrt, bleib weiterhin flach liegen.
    • Fängt er an, deine Wunden zu lecken, musst du dich wehren, denn der Bär will dich jetzt fressen.
    • Ich persönlich finde Totstellen nicht geeignet, da es einfach viel zu riskant ist. Du begibst dich in eine Situation, in der du hoffst, dass der Bär das Interesse an dir verliert. Wenn er es nicht tut und er quasi schon an dir herum leckt, hast du praktisch keine Chance mehr zu überleben.
  14. Begib dich an einen steilen Hügel oder Abhang, so dass der Bär unter dir schräger stehen muss. Er kann jetzt nicht mehr so gut aufrecht stehen und hat auch auf allen Vieren Probleme damit, um sich zu schlagen. Wenn du dich verteidigen willst, dann greif an, bewege dich dann nach oben und wiederhole das, bis du ihn so verletzt hast, dass er dich nicht mehr jagen kann und du fliehen kannst.
  15. Verteidige dich beim Angriff mit allem, was du greifen kannst und ziele vor allem auf seine Augen und Schnauze (sehr empfindlich). Vermeide es mit Armen und Beinen zu schlagen, da er diese packen kann und dich somit wehrlos machen kann. Schütze dich vor seinen Schlägen! Ein einziger Schlag des Bären kann einen Elch töten. Wenn du es aber schaffst, den Bären ernsthaft zu verletzen, dann wird er entweder fliehen oder weiter anzugreifen. Sein Ziel ist es, die Bedrohung „loszuwerden“. Wie, das hängt auch von der Laune des Bären ab.

Du solltest nie alleine in Bären-Gebieten wandern oder lagern. Begegnet euch ein Bär, solltet ihr unbedingt zusammen bleiben, um euch als Gruppe zu verteidigen. Schwache müssen unbedingt in die Mitte genommen werden, damit sie nicht als leichte Beute angesehen werden.

Mache beim Wandern oder Zelten an Orten, in denen Bären leben könnten, viel Lärm, um die Tiere auf deine Anwesenheit aufmerksam zu machen. Wenn dich die Bären hören, bleiben sie eher weg.

Bleibe auf den Wegen und vermeide es, dich nachts durch die Bären-Region zu bewegen.

Wenn du dein Lager aufschlägst, dann verstaue deine Lebensmittel und Hygieneartikel in einem Kanister oder hänge sie mindestens 100 Meter vom Lager entfernt in einen Baum.

Lies hier die Geschichte vom Besuch eines Bären im Jugendcamp.

Wölfe

Lebensgefahren beim Zelten: Begegnung mit wilden Tieren
Bild von skeeze auf Pixabay

In Westeuropa gilt der Wolf seit dem 19. Jahrhundert als ausgerottet. In Süd- und Osteuropa hat er allerdings überlebt und wandert seit Ende der 1990er wieder in die Gebiete zurück, die er schon früher besiedelt hat.

Wölfe sind sehr anpassungsfähig und brauchen lediglich einen Rückzugsraum, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Ansonsten können sie überall leben, egal ob Küstennähe, Gebirge oder Wald.

Der WWF beziffert den Wolfsbestand in Europa auf ca. 10 000 (außer Russland), der sich wie folgt aufteilt:

 

Alpen 250 Wölfe
Italien 600-800 Wölfe
Balkan 3900 Wölfe
Karpaten 3000 Wölfe
Deutschland/Westpolen 40 Wolfsfamilien
Spanien 2500 Wölfe
Baltikum 870-1400 Wölfe
Finnland/Russland 150-165 Wölfe
Skandinavien 260 – 330 Wölfe

Vorkommen und Lebensräume des Wolfs Quelle CHWOLF

Wovon ernähren sich Wölfe?

Zur Nahrung des Wolfs gehören: Rehe, Wildschweine, Hirsche, Hasen, Kaninchen, Murmeltiere, Füchse, Insekten, Vögel, Reptilien, Früchte. Wölfe sind zwar körperlich durchaus in der Lage, große ausgewachsene Tiere zu jagen und zu töten, allerdings sind sie überwiegend bequem und jagen überwiegend schwache oder alte Tiere, oder begnügen sich auch mal mit Aas.

Verhalten von Wölfen gegenüber den Menschen

Wölfe sind sehr leise und verhalten sich unauffällig. Sie sind sehr scheu und werden normalerweise sofort fliehen, sobald sie sich entdeckt fühlen. Allerdings sind Wölfe auch sehr neugierig. Daher kann es vorkommen, dass Wölfe aus Neugier Menschen eine längere Zeit beobachten.

Wölfe sind wilde Tiere, die man in Ruhe lassen muss! Auf keinen Fall sollte man Wölfe füttern oder vorsätzlich in ihre Lebensräume eindringen. Sonst gewöhnen sie sich an den Menschen, ändern ihr Verhalten und werden dann zu faul zum jagen. Sie ziehen dann in Gebiete, die von Menschen besiedelt sind und verursachen dort Schäden und ernähren sich von Abfällen der Menschen. (Und wahrscheinlich auch ziemlich viele unerwünschte Begegnungen.)

6 Tipps bei einer Begegnung mit Wölfen

  1. Ruhe bewahren. Wölfe können deine Angst riechen. 
  2. Kehre dem Wolf nicht deinen Rücken zu und renne dann abgewandt davon. Ihr Instinkt sagt: verfolge fliehende Beute.
  3. Du solltest nicht zulassen, dass die Wölfe hinter dich gelangen.
  4. Stehe aufrecht und mache dich möglichst groß.
  5. Geh langsam zurück und halte den Augenkontakt aufrecht. Wenn der Wolf nicht sofort weg läuft, mache dich weiter groß, behalte den Augenkontakt und ziehe dich zurück
  6. Halte Hunde an der Leine. Wenn der Hund zwischen dir und dem Wolf steht, flieht der Wolf meistens schnell. Wenn Wolf und Hund bereits physisch kämpfen, sollte man nicht versuchen, den Kampf mit Pfefferspray oder einem Stock abzubrechen, um Verletzungen zu vermeiden.
  7. Wenn der Wolf aggressiv wird, anstatt zu fliehen (hält den Schwanz hoch, zieht die Pfoten hoch, bellt oder heult), dann solltest du schreien und Steine, Stöcke etc. nach ihm werfen. Wenn er angreift, musst du selbst extrem aggressiv kämpfen, damit er begreift, dass du zu gefährlich für ihn bist.

Beim Campen sollte man auch seine Lebensmittel sicher verpacken und weit vom Lager an einem möglichst hohen Punkt verstauen, Gerüche reduzieren etc.

Ein rauchendes Feuer am Lager hilft Wölfe fernzuhalten, denn sie empfinden Rauch als Gefahr. Wenn du also einen Wolf in der Nähe deines Lagers entdeckst, mache so viel Rauch wie möglich, indem du feuchtes Holz oder grüne Blätter ins Feuer wirfst. Befeuchte Holz selbst mit Wasser oder Saft, wenn du kein feuchtes Holz da hast. Den Rauch solltest du dann gezielt in die Richtung des Wolfes wehen, zum Beispiel mithilfe einer Decke oder Jacke.

Es ist grundsätzlich immer ratsam, eine Art Schutzwall um das Lager zu errichten, um ungebetene Gäste fernzuhalten. Benutze dabei alles was du finden kannst: Äste, größere Steine, Stämme.

Markiere dein Territorium, indem du viele laute Geräusche machst, die aber auf keinen Fall wie Wolfsgeheul klingen sollten. Du kannst entweder selbst singen, oder Musik abspielen, zum Beispiel mit portablen Outdoor-Lautsprecher.

Es ist allgemein nicht bekannt, wie Wölfe auf die Verteidigung durch den Einsatz von Pfefferspray reagieren, auch wenn manchmal dazu geraten sich im Notfall damit zu verteidigen.

Wildschweine

Bild von Andreas Lischka auf Pixabay

Der Lebensraum der Wildschweine erstreckt sich auf fast allen Kontinenten. Lediglich auf der Antarktis haben sie sich nicht angesiedelt, da sie dort vermutlich nicht viel Nahrung finden würden. In Europa wird man sie auch fast überall finden, lediglich in den Skandinavischen Ländern eher nicht.

Die Paarhufer leben zusammen in sogenannten Rotten, also großen Familienverbänden und legen großen Wert auf Nachwuchspflege.

Wildschweine passen sich leicht an ihre Umgebung und Temperatur an, meiden aber offenes Gelände und die Hochlagen im Gebirge. Sie mögen am liebsten feuchte Nadel-, Mangroven-, Laub- und Laubmischwälder, da sie dort am meisten Nahrung und Wasser finden. Aber auch im Buschland, Grasland, in der Steppe, Savanne und in Sümpfen fühlen sie sich sehr wohl. Was ihre gedrungene Körperform eher nicht vermuten lassen würden: sie sind auch gute Schwimmer.

Je nach Wildschweinart können sie zwischen 130 bis zu 250 cm lang werden und eine Schulterhöhe von bis ca. 110 cm erreichen. Ihr Gewicht liegt zwischen 50 und 300 kg.

Über ihren Bestand gibt es keine genaue Angaben.

Ob man sich gerade im Lebensraum von Wildschweinen aufhält, kann man meistens sehr schnell an der aufgewühlten Erde und am strengen Geruch (bzw. ähnlich wie „Maggi-Würze“) erraten.

Wovon ernähren sich Wildschweine?

Sie ernähren sich von pflanzlicher (ca. 90%) und tierischer Nahrung (ca. 10%) und werden deshalb auch als „Allesfresser“ bezeichnet. Die für Wildschweine typischen Wühlhaufen entstehen, wenn sie mit ihrer Schnauze den Boden nach Nahrung durch pflügen. 

Zu ihrer Nahrung gehört unter anderem: Pilze, Insektenlarven, kleinen Wirbeltiere, Regenwürmern, Schnecken, Klee, Gras, Kräuter, Knollen, Wurzeln, Eicheln, Getreife, Früchte und Samen, Würmer, Insekten, Mäuse, Jungtiere, Aas, besonders Mais, und vieles mehr. Allesfresser eben.

Verhalten von Wildschweinen

Wildschweine verhalten sich eher menschenscheu und würden lieber auf eine Begegnung mit uns verzichten.

Zwar können Wildschweine durch ihre kleinen Augen schlecht sehen, dafür umso besser riechen. Daher fliehen sie schon, wenn sie dich gewittert haben. Nur wenn der Wind deinen Duft fortweht und das Wildschwein dich nicht wittern kann, könnte es sein, dass es plötzlich vor dir steht.

Aber Wildschweine greifen nicht grundlos an, denn sie sind weder von Natur aus aggressiv noch steht der Mensch auf ihrem Speiseplan.

Trotzdem gibt es Situationen, in denen Wildschweine angreifen könnten:

  • Wenn sie verletzt (z. B. angeschossen, vom Auto angefahren) sind
  • Wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen und um ihr Leben fürchten (so ähnlich wie bei den Bienen)
  • Wenn es weibliche Tiere (Bachen) mit Jungen sind und du zwischen dem Muttertier und den Jungen gerätst, oder sie sich am Fliehen gehindert sehen

Zusammenfassend kann man sagen, dass Wildschweine nur dann aggressiv werden und angreifen, wenn sie verzweifelt sind und ihr oder das Leben ihrer Jungen in Gefahr sehen.

Die größte Gefahr, die von Wildschweinen ausgeht, ist dann, wenn sie Jungen bei sich haben.

In Europa liegt die Paarungszeit von Wildschweinen zwischen November und Februar, die Tragezeit der Bachen (weibliches Wildschwein-Muttertier) beträgt knapp 4 Monate. Das heißt, das die Wildschwein-Jungen von ca. März bis Juni zur Welt kommen und von da an ca. 1,5 Jahre lang an ihr Muttertier gebunden sind.

Es gibt also keinen Zeitpunkt, in dem man vor Wildschwein-mit-Jungen-Begegnungen „sicher“ ist, was zum Teil auch an den milden Winter und am großen Futterangebot (vor allem Mais) liegt.

Auf offiziell ausgewiesenen Zelt- und Trekkingplätzen sind Sicherheitsmaßnahmen (z. B. Zäune) getroffen worden und man ist meistens vor unfreiwilligen Begegnungen mit Wildschweinen geschützt, Wild-Camper hingegen nicht.

11 Tipps bei einer Begegnung mit einem Wildschwein

  1. Bei Begegnung: Ruhe bewahren! Da die Tiere schwer einzuschätzen sind, lieber nicht panisch zurück rennen oder verstecken.
  2. Bleib auf den (Wald-)Wegen! Sie riechen zu sehr nach Mensch und werden deswegen von Wildschweinen gemieden.
  3. Nicht füttern!
  4. Unterhalte dich laut – notfalls auch mit dir selbst- oder singe was Schönes! So werden die Wildschweine früh gewarnt und können rechtzeitig fliehen.
  5. Achte auf Geräusche, Gerüche und Wühlhaufen!
  6. Wenn du ein verletztes Tier findest, ruf die Polizei (110).
  7. Bei Nacht und Dämmerung sollte man lieber nicht im Wald herumlaufen
  8. beim Campen und Wild-Campen: Lebensmittel sicher verpacken und weit vom Lager an einem möglichst hohen (ca. 2m) Punkt verstauen, Gerüche reduzieren etc.
  9. Hunde anleinen!
  10. Bachen warnen durch lautes Schnauben und Blasen. Dann am besten auch vorsichtig sein und möglichst langsam zurückziehen, eventuell auf einen Hochsitz oder Baum hochklettern.
  11. Auf keinen Fall das Wildschwein mit einem Stock angreifen! Dadurch könnte es aggressiv werden und angreifen, was dann lebensgefährlich für den Menschen werden könnte.

Allgemein kann man sagen, dass man recht sicher unterwegs sein kann, wenn man den Lebensraum der Tiere respektiert und im Falle der Fälle ruhig bleibt. Die meisten Wald-Tiere sind nicht auf Menschenjagt, sondern auf Nahrungssuche. Wenn man bewusst, ordentlich und achtsam mit Lebensmitteln umgeht, hat man wenig zu befürchten.

3. Lebensgefahren beim Zelten: Wetter und Witterung

Das Wetter ist unbeständig und kann dich überraschen, egal wie oft du die Wettervorhersage prüfst. Es kann dich unter Umständen vor großen Herausforderungen stellen und dich im schlimmsten Falle einer lebensgefährlichen Situation aussetzen. Da ist es wichtig, dass du weißt, was du tun sollst – oder am besten die Gefahr schon vorher erkennen und vermeiden.

Bereite dich gut auf entsprechende Extrem-Wetterlagen vor, wie zum Beispiel:

  • Überschwemmungen
  • extreme Hitze
  • Kälte

Prüfe das Wetter zu jeder Tageszeit in deiner Ziel-Region, auch die historischen Wetterdaten, Durchschnittswerte bei Tag und Nacht, Niederschlagswahrscheinlichkeit etc., und bereite dich auf alle Eventualitäten vor. Rüste dich mit angemessener Kleidung aus. Plane entsprechend deine Routen und lies auch die Reiseberichte von anderen.

Überschwemmung. Lege während der Regenzeit (z. B. in den Tropen, Äquatornähe) dein Lager weit weg vom Wasser und vermeide tiefliegende Bereiche, um dich vor gefährlichen Sturzfluten zu schützen.

Die Gefahr der Hypothermie (Unterkühlung) besteht nicht ausschließlich in den Wintermonaten. In den Bergen sind auch die Sommernächte kalt.
Die Temperatur muss nicht unbedingt unter den Gefrierpunkt sinken, dass du draußen erfrierst. Zusätzlich können plötzliche Regenschauer oder schweißtreibende Wanderungen dazu führen, dass deine Körpertemperatur gefährlich absinkt und du schlimmstenfalls das Bewusstsein verlierst.

Wenn du vom Regen durchnässt bist, in ein Gewässer fällst oder stark verschwitzt bist, trockne dich so schnell wie möglich ab und wechsle deine Kleidung. Suche dir einen warmen Ort und wickle dich so schnell wie möglich in Decken ein.

Bei extremer anhaltender Hitze (ab ~35 °C im Schatten) droht die Gefahr durch einen Sonnenstich oder Hitzeschlag. Die Körpertemperatur erhöht sich dann und entsprechend leidet man unter fieberartigen Symptomen: Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen bis hin zu Bewusstlosigkeit.

Wenn es der Körper nicht schafft die Körpertemperatur zu senken, kann ein Hitzschlag auch zum Tod führen, besonders Ältere und Kinder sind betroffen.

Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung: Ich hab früher in meiner Tätigkeit als Sanitätshelferin erstaunt festgestellt, dass sehr häufig Jugendliche unter den Symptomen eines Hitzschlags leiden. Jugendliche haben einen erhöhten Stoffwechsel und verbrennen viel mehr Kalorien als Erwachsene. Ihr Kreislauf kann deswegen labiler sein, vor allem Mädchen, die gerade ihre Periode haben.

Bei einer Konzert-Veranstaltung war es sehr heiß, es gab keinen Schatten und die Jugendlichen harrten seit dem Morgen vor dem Eingang aus, um möglichst weit nach vorne zu kommen. Da die Getränkemitnahme (in Flaschen) verboten war, hatten die meisten viel zu wenig Wasser getrunken oder waren zu warm, betrunken und/oder zu eng angezogen. (Eine Jugendliche hatte eine lange, sehr enge schwarze Hose an und hatte kaum Wasser getrunken, wartete aber den ganzen Tag lang in der brütender Hitze auf den Einlass zu einem Open Air Konzert. Sie hat es leider von der Krankenstation aus erleben müssen…) Kopfbedeckung war bei den meisten auch Fehlanzeige.

Doch das allerwichtigste ist es bei heißen Temperaturen sehr viel zu trinken. Daher: Trinke mindestens einen Liter Wasser pro Stunde!

Ich weiß, es fällt manchmal schwer… Wer kennt das nicht? Getränke wärmen sich bei Hitze schnell auf und dann vergeht einem die Lust am Wassertrinken. Aber warmes Wasser ist aber genauso gut wie kaltes, es fühlt sich nur im ersten Moment nicht so gut an. Der Körper braucht aber Wasser, um zu schwitzen. Dadurch kühlt er sich ab.

Achte auch darauf, was du anziehst. Deine Kleidung sollte nicht zu eng oder einzelne Kleidungsstücke zu warm sein. Kleide dich lieber nach dem Zwiebelprinzip (Schicht für Schicht), denn dann hast du immer noch die Möglichkeit, dich an- oder auszuziehen.

Gewitter. Wenn du häufig und lange in den Bergen wandern gehst, hast du sicherlich schon mal erlebt, wie schnell das Wetter umschlagen kann und du dich plötzlich mitten in einer Gewitterzelle wiederfindest.

Blitze bei Gewitter stellen eine häufige Gefahr dar, aber nicht nur. Je nachdem wo und zu welcher Jahreszeit du Urlaub machst, können die wetterbedingten Gefahren sehr unterschiedlich sein.

Es ist nicht unbedingt paranoid, sich vorher über das Wetter der Region zu informieren. Ich erntete mal viel Spott und Gelächter von meinen Freunden, als ich vor einem gemeinsamen Segelurlaub einen Präsentation zum Wetter unseres Zielorts hielt. Zugegeben, die Wetterprognosen waren nicht besonders gut. Ich hatte die historischen Daten der vergangenen 10 (!) Jahre ausgewertet und herausgefunden, dass es im Zeitraum unseres Urlaubs wohl an 4 von 7 Tagen regnen soll… Wer will sowas schon hören? „Da ist es doch immer Sommer, da wird es schon nicht so oft regnen!“, „Verdirb uns doch nicht die Vorfreude“… Na ja, sie hatten bestimmt auch recht damit und insgeheim wollte ich auch lieber Unrecht haben. Aber dann erfüllten sich dummerweise meine Wetterprognosen zu 100%. Immerhin hatten sie die Vorfreude gehabt – nur hatten sie dann im Urlaub leider keine passende Kleidung dabei.

13 Tipps für das richtige Verhalten bei Gewitter

  1. Vermeide es, dich bei Gewitter in der Nähe von einsamen Bäumen aufzuhalten.
  2. Meide Gruben und Vertiefungen im Gelände
  3. Meide Gruppen von kleinen Bäumen, die von größeren Bäumen umgeben sind.
  4. Laufe auf offenen Feldern geduckt und minimiere den Bodenkontakt so gut es geht.
  5. Meide exponierten Stellen
  6. Meide wasserführende Bereiche
  7. ducken oder auf isolierende Ausrüstung, die du möglichst auf kleiner Fläche auslegst kauern
  8. Schalte dein Handy aus
  9. lass dein Fahrrad stehen
  10. Es ist sicherer zu hüpfen als zu laufen
  11. In Felsnischen und Höhlen genügend Abstand von den Felswänden halten, da diese Feuchtigkeit tragen und einen Blitz leiten. Stelle deine Füße auf deinen Rucksack am und verkleinere dich flächenmäßig so gut es geht
  12. Metallische Ausrüstungsgegenstände entfernt ablegen
  13. Halte dich einfach von allen Bäumen fern

Merke:

Blitze schlagen in die höchste Erhebung im Gelände ein.

Vergehen zwischen Blitz und Donner weniger als dreißig Sekunden, solltest du dir Schutz suchen. Vergehen nur drei Sekunden, musst du jederzeit mit einem Blitzeinschlag in der Nähe rechnen.

Wird eine Gewitterlage vorausgesagt, solltest du keine großen Touren unternehmen. Im Sommer treten die Sommer meist zwischen dem frühen Nachmittag bis Abend auf, deswegen solltest du das Ende deiner Tour für die Mittagszeit einplanen.

4. Lebensgefahren beim Zelten: Pflanzen und Beeren

Eisenhut (Aconitum napellus)

Alle Pflanzenteile sind sehr giftig. Kann zu Unterkühlung, Herz-/Atemlähmung, Krämpfe und Tod führen

Engelstrompete (Brugmansia)

Alle Pflanzenteile sind sehr giftig. Kann zu Bewusstseinsstörungen, Sedierung, Tod durch Herzversagen führen.

Hundspetersilie (Aethusa cynapium)

Alle Pflanzenteile sind sehr giftig. Kann zum Tod durch Atemlähmung führen.

Tollkirsche (Atropa belladonna)

Alle Pflanzenteile sehr giftig, vor allem die Beeren. Kann zu Halluzinationen, Tobsucht, Schüttelkrämpfe und Tod führen.

Fliegenpilz

Fleisch und Lamellen sind giftiger als Huthaut und Stiel. Der Verzehr kann zu Verwirrung, Sprachstörungen, Ataxie, starke motorische Unruhe, Mydriasis und Mattigkeit führen. (Die Sypmtome sollen denen vom Alkoholkonsum ähnlich sein.)

Wenn du dich nicht mit der Bestimmung von Waldbeeren, Pflanzen und Pilzen auskennst, lass lieber die Finger davon. Zwar sind viele wild wachsende Pflanzen, Pilze und Beeren in der Natur sind für den Verzehr geeignet, andere hingegen können zu schweren Erkrankungen führen.

Dasselbe gilt für zahlreiche Wildpflanzen. Bestimmte Arten sind beim Verzehr giftig, andere führen zu starken Hautreizungen.

Bei Pilzen ist die Natur besonders heimtückisch. Essbare und giftige Pilze können einander sehr ähnlich sein. Eine Verwechslung kann aber fatale gesundheitliche Folgen haben, schlimmstenfalls droht der Tod durch Organversagen.

Die Wildblume Blaue Eisenhut ist z. B. in allen seiner Bestandteilen sehr giftig und kann zu Unterkühlung, Herz-/Atemlähmung, Krämpfe und im schlimmsten Fall bis zum Tod führen.

Täuschend harmlos anzusehen ist die Hundspetersilie, aber leider kann ihr Gift zum Tod durch Atemlähmung führen.

Eine Liste von giftigen Pflanzen findest du hier.

3 Tipps um Vergiftungen durch Pflanzen zu vermeiden

  1. Wenn du etwas nicht mit absoluter Sicherheit identifizieren kannst, esse oder berühre es nicht.
  2. Mobile Apps zum „Pilze sammeln“ ersetzen keine botanische Ausbildung und sollten eher als Spaß angesehen werden.
  3. Aufklärung! Kauf dir ein gutes (handliches) Buch über giftige Pflanzen

5. Lebensgefahren beim Zelten: Insekten

Bild von Jerzy Górecki auf Pixabay

Insekten sind wahrscheinlich die größte Gefahr für den Menschen, da sie zum Teil schmerzhaft stechen (Wespen) und Krankheiten wie Malaria (Moskitos) und Borreliose (Zecken) übertragen. In Australien gibt es die gefährlichsten Insekten überhaupt, aber in diesem Artikel soll es hauptsächlich um Europa gehen.

Zecken, die im europäischen Raum leben, übertragen 2 Krankheiten:

  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
  • Borreliose (Lyme-Krankheit)

Siehe auch EU-Verbreitung von FSME.

Weltweite Malaria-Ausbreitung:

http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Datei:Malaria_Verbreitung.png

5 Tipps zum Schutz vor Insekten

Obwohl Insekten nur schwer zu vermeiden sind, gibt es einige Möglichkeiten, um das Gesundheitsrisiko zu minimieren.

  1. Lass dich gegen FSME impfen, insbesondere wenn du in einer Zecken-Region wohnst oder Natur-Urlaub machen möchtest.
  2. Verwende Insektenschutzmittel (wiederholt) an, besonders wenn du schwitzt oder aus dem Wasser kommst.
  3. Benutze einen Mückenkiller.
  4. untersuche dich auf Zecken. Wenn du eine entdeckst, die sich in deine Haut eingebohrt hat, entferne diese sofort mit z. B. einer Zeckenschlinge oder Zeckenzange und wende dich so schnell wie möglich an deinen Arzt. Man kann sich auch mit Zeckensprays gegen Zecken schützen.
  5. Wenn du allergisch gegen Wespenstiche bist, solltest du immer ein Wespenstich-Allergie-Notfallset (z. B. Rufebran allergo Ampullen) dabei haben.

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