Was ist eigentlich ein offenes Feuer?

Während Trockenperioden muss man in der freien Natur “offenes Feuer” vermeiden. Wenn nicht, dann läuft man Gefahr einen Busch- oder Waldbrand auszulösen. Bei Nichtbeachtung drohen hohe Geldstrafen oder bis zu 3 Jahren Gefängnis. Doch was genau ist eigentlich ein offenes Feuer?

Als offenes Feuer gilt alles, was nicht in einem geschlossenen “Brennraum” bzw. einer Brennkammer stattfindet. Genauer gesagt, ein Feuer, bei dem die Flamme problemlos in Kontakt mit einer brennbaren Umgebung (Holz, trockenes Laub und Gras…) kommen kann. 

Zu einem offenem Feuer zählen unter anderem:

Was ist ein offenes Feuer?
Lagerfeuer
  • Man muss mit offenem Feuer fern bleiben von: leicht entzündlichen Stoffe wie Holzwolle, Heu, Stroh, Papier etc..
  • Außerdem muss ein Mindestabstand von 100 Meter zu Waldgrundstücken eingehalten werden.

Aber die Realität sieht oftmals ganz anders aus, wie wir in den letzten Jahren feststellen mussten.

Ein Lagerfeuer am See?

Im Sommer der Jahre 2018 und 2019 waren wir sehr häufig am See zum Kayak fahren und Schwimmen.

An diesem See gibt es einen offiziellen Sandstrand mit Wirtschaft und Sanitäranlagen. Man darf unbegrenzt weit raus schwimmen und mit 2er Booten oder Standup-Paddling Boards auf dem See herum fahren.

Allerdings grenzt dieser See zum Teil an einem Naturschutzgebiet. Deswegen ist das naturbelassene Ufergelände in bestimmten Bereichen eingezäunt und entsprechend gekennzeichnet.

Besonders an sehr heißen, sonnigen Tagen sind viele Badegäste da und lassen sich zum Teil an Uferregionen nieder, die nicht zum offiziellen Strand gehören. Entweder wollen sie die Parkgebühren von 4,00 € umgehen oder einfach ungestört sein. Oder einfach Dinge tun, die am offiziellen Strand verboten sind, zum Beispiel Hunde ausführen, FKK oder grillen.

Auf Ideen kommen die Leute…

Offensichtlich nutzen einige Badegäste die Ungestörtheit dafür, um am Ufer in der unmittelbaren Nähe von Bäumen ein offenes Lagerfeuer zu machen und Würstchen zu grillen.

Da diese Aktionen scheinbar ungeahndet bleiben, ermutigt es scheinbar immer mehr Leute, am inoffiziellen Teil des Ufers zu campen und offene Feuer zu machen.

Die Strandaufsicht scheint sehr oft überfordert und resigniert: “Die Leute kommen von allen Seiten an den See, das können wir hier gar nicht alles überwachen.” Nachvollziehbar, aber bestimmt kein unlösbares Problem, oder?

Fazit

Angesichts der immer heißeren Sommer in Europa und der gestiegenen Zahl an Waldbränden sollte viel mehr Aufklärung (z. B. Warnschilder), Kontrolle (durch Ordnungsamt, Polizei) und Strafverfolgung in der Bevölkerung betrieben werden. Man muss ja nicht abwarten, bis etwas passiert, um Maßnahmen zu ergreifen.

Nur weil keiner was dagegen sagt und es “alle machen”, heißt es nicht, dass es legal ist.

Mal eben so ein offenes Feuer in der freien Natur zu machen ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat (§306f StGB).

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Waldbrände in Deutschland 2018

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 306f Herbeiführen einer Brandgefahr

 

(1) Wer fremde

    1. feuergefährdete Betriebe oder Anlagen,
    2. Anlagen oder Betriebe der Land- oder Ernährungswirtschaft, in denen sich deren Erzeugnisse befinden,
    3. Wälder, Heiden oder Moore oder
    4. bestellte Felder oder leicht entzündliche Erzeugnisse der Landwirtschaft, die auf Feldern lagern, durch Rauchen, durch offenes Feuer oder Licht, durch Wegwerfen brennender oder glimmender Gegenstände oder in sonstiger Weise in Brandgefahr bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer eine in Absatz 1 Nr. 1 bis 4 bezeichnete Sache in Brandgefahr bringt und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet.
 
(3) Wer in den Fällen des Absatzes 1 fahrlässig handelt oder in den Fällen des Absatzes 2 die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
 

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