Notfallunterkunft ohne Werkzeug bauen – 2 Anleitungen

Du hast dich verlaufen und schaffst es nicht vor Einbruch der Dunkelheit zurück in deine feste Unterkunft. Oder du bist gerade auf einer sehr einsamen Insel unterwegs, die man nur mit der Fähre erreichen kann und hast die letzte Fähre zurück verpasst… 

Und jetzt musst du eine Notfallunterkunft bauen, hast aber kein Werkzeug. Hier erfährst du die optimalen Möglichkeiten, eine Unterkunft in der Wildnis zu bauen – ohne Werkzeug!

Gleich vorneweg: Es gibt nicht die perfekte Nofallunterkunft für jede Situation. Das wichtigste, das du tun musst, ist zunächst dich mit deiner Umgebung vertraut zu machen und anhand deiner Ausrüstung und Energie ein paar Möglichkeiten prüfen und Gefahren abschätzen.

Zunächst gilt: Wenn man in einem Wald übernachten muss, sollte man beachten, dass Bäume und ihre Äste zwar Schutz bieten können, aber gleichzeitig auch eine Gefahr darstellen. Daher solltest du dich während eines Sturms oder Gewitters nicht im Wald aufzuhalten. Die Gefahren sind z.B. umstürzende Bäume, Blitzschlag oder herumfliegende Äste.

Tipp: Wenn du eine Axt hast, versuche alles um dich herum zu fällen, was so aussieht, als könnte es auf dich fallen während du schläfst.

Falls diese Gefahr nicht gerade besteht, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich eine schnelle und sichere Unterkunft zu bauen – auch ohne Werkzeug und Material!

1. Lean-To Methode

Voraussetzungen

  • Bäume oder Gebüsch und Äste vorhanden
  • Du bist nicht verletzt und kannst größere Äste oder kleinere Baumstämme bewegen

In einem gewöhnlichen Wald könntest du versuchen eine „Lean-To“ (engl. lean = lehnen; anlehnen) zu bauen. Und so geht es:

  • Lehne einen großen Ast an einen Baum
  • an diesen Ast werden kleinere Äste von den Seiten angelehnt, um eine Art dreieckige Pyramide zu bilden.
  • lege Gras- und Moos-Flächen, große Blätter und Gestrüpp darauf, um die Unterkunft gegen Kälte und Nässe zu isolieren

Grundsätzlich gilt:

Eine vorhandene Übernachtungsmöglichkeit (Schutzhütte, Höhle) ist immer eine bessere Option, als sich selbst eine Notfallunterkunft zu bauen, da die Zeit und das Wetter manchmal eine entscheidende Rolle spielen.

Bei einsetzendem Regen oder Einbruch der Dunkelheit wirst du nur sehr mühselig einen sicheren Schlafplatz bauen können, da du erst Material einsammeln oder Not-Werkzeug selbst bauen musst.

Wenn du jedoch keine andere Option hast, dann eignet sich die Lean-To-Methode ganz gut, um einen halbwegs sicheren Schlafplatz zu bauen. 

Vorteile der Lean-To Methode

  • kein Werkzeug und Material nötig
  • stabile windgeschützte Unterkunft

Nachteile der Lean-To Methode

  • erfordert etwas Kraft und Phantasie
  • kein sicherer Schutz bei Gewitter
  • kein Schutz vor Insekten (z. B. Spinnen), Reptilien (z. B. Schlangen) und Kleintieren (z. B. Ratten)

2. Das Dreieck

In z. B. einem tropischen Regenwald ist es am Boden zu gefährlich (giftige Tiere und Insekten), daher würde sich ein Schutzraum über dem Boden eher eignen.

Und so gehst du vor:

  • Suche einen großen Baum mit vielen Ästen, auf den du klettern kannst.
  • Sammle viele gefallene Äste
Notfallunterkunft bauen: Dreieck
  • Finde eine Stelle im Baum, wo 2 stabile Äste (in der Graphik schwarz) so angeordnet sind, wie neben an dargestellt.
  • Platziere die gesammelten Äste so, als würdest du dich auf der „dritten“ (roten) Seite des Dreiecks befinden.
  • Fülle das Dreieck mit den kleineren Ästen aus.
  • Das Ergebnis ist ein erhöhter Bereich, der mehr Sicherheit bietet.
  • Wenn mehrere Äste am Baum so angeordnet sind, wiederhole diese Schritte, um mehr „Wohnraum“ zu schaffen.
  • Wenn über dir die Äste so angeordnet sind, wiederhole die Prozedur und nutze Blätter und Moos, um ein „Dach“ zu bauen.

Möchtest du wissen, wie man eine primitive Toilette im Wald bauen kann? Nicht unbedingt zum Nachahmen empfohlen, vor allem nicht in Deutschland, aber lustig.

Fazit zum Bauen einer Notfallunterkunft

Der Bau der Unterkunft hängt maßgeblich von deiner Fitness, dem Tageslicht, dem Umfeld, der Gefahrensituation und dem Wetter ab. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich die Lean-To Methode machen, da weniger handwerkliches Geschick und Kraft erfordert und es meistens im Wald schon von Natur aus solche „Vorrichtungen“ (z. B. ineinander verhakte kleine Bäume) gibt, die man einfach nur erweitern muss. Wer keine Lust auf Krabbelvieh hat, kann sich ja noch eine kleine Pritsche aus geraden Ästen und Zweigen basteln.

Am Ende wird deine Not deine Kreativität zum Bauen beflügeln.

Was ich noch machen würde, um unerwünschte Überraschungsbesucher in der Nacht (Wildschweine, Ratten, Füchse…) fernzuhalten, wäre einen kleinen Palisaden- oder Steinzaun um meine Notunterkunft zu bauen. Dieser muss nicht besonders hoch sein, aber z. B. Wildschweine würden sich sicherlich nicht die Mühe machen, über größere Steinhaufen zu klettern.

Weiterführende Links zum Thema „Notfallunterkunft bauen“

Bildnachweis: Photo by Paolo Chiabrando on Unsplash

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